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HerzEffekt MV

Hier finden Sie allgemeine Informationen rund um HerzEffekt MV

Projektablauf

1. Interesse & Aufklärung

Patienten erfahren in der Regel über HerzEffekt MV durch ihren Haus- oder Krankenhausarzt.
Patienten, die sich selbst für eine Teilnahme interessieren, können uns oder die behandelnden Ärzte natürlich auch jederzeit ansprechen.

Sofern Interesse seitens des Patienten besteht und dieser die Einschlusskriterien erfüllt, wird er initial über alle Details von seinem Haus- oder Krankenhausarzt aufgeklärt. Anschließend erhält er einen Termin im Care-Center.

2. Untersuchung und Gruppenzuordnung

Bei dem ersten Termin im Care-Center erhält der Patient eine umfangreiche Aufklärung über alle Projektinhalte durch einen Care-Center-Arzt. Sofern sich ein Patient nach der Aufklärung zur Teilnahme entschließt und die entsprechenden Teilnahme- und Einwilligungserklärungen unterzeichnet, führt der Care-Center-Arzt die Erstuntersuchung (medizinisches Assessment) mit umfangreicher körperlicher Untersuchung und Anamnese durch.

Das Projekt ist wie eine klinische Studie angelegt. Das bedeutet, dass ein Zufalls-Auswahl-Verfahren durchgeführt wird, bei dem per Zufallsgenerator (50:50) entschieden wird, ob der Patient die neue Versorgungsform erhält und damit in der sogenannten Interventionsgruppe oder in der Kontrollgruppe ist. Nähere Informationen können Sie hier zur Studie CardioCare MV nachlesen.

3. Teilnahme an der neuen Versorgungsform

Patienten, die an der neuen Versorgungsform teilnehmen, d. h. in der so genannten Interventionsgruppe sind, erhalten direkt im Care-Center eine Vorführung und Ersteinweisung der für sie relevanten telemedizinischen Geräte von einem Fallmanager. Dazu gehören je nach Indikation ein Tablet-Computer, ein Blutdruckmessgerät, eine Waage und ein Pulsoximeter.

Nach ihrem Besuch im Care-Center werden die Patienten kontaktiert, um einen Termin zur Geräteinstallation zuhause zu vereinbaren. Ist diese Installation erfolgreich abgeschlossen, kann die neue Versorgung beginnen!

4. Zwischen- und Abschlussuntersuchung

Alle Patienten – auch diejenigen, die keine telemedizinischen Geräte erhalten – werden nach 6 und 12 Monaten erneut untersucht. Diese Zwischen- und Abschlussuntersuchung laufen genauso ab wie die Erstuntersuchung: Hierzu gehören Blutentnahme, EKG und Herzechokardiographie.

5. Evaluation und ggf. Regelversorgung

Die Teilnahme der Patienten endet regulär nach 12 Monaten. Hat ein Patient zwölf Monate erfolgreich teilgenommen, kann die neue Versorgungsform wissenschaftlich beurteilt (evaluiert) werden. Auf Basis dieser Ergebnisse kann entschieden werden, ob eine zukünftige Überführung in die Regelversorgung möglich ist und damit diese Versorgungsform allen Betroffenen angeboten werden kann.

Studie: CardioCare MV

Die Versorgung von Patienten mit Herzerkrankungen ist in Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvergleich unterdurchschnittlich. Ein möglicher Grund dafür ist die geringere Dichte und damit die Erreichbarkeit von Spezialisten und spezialisierten Einrichtungen in der Herzmedizin. Das Projekt HerzEffekt MV begleitet Patienten mit bestimmten herzmedizinischen Problemen unabhängig von ihrem Wohnort „aus der Ferne“. Wichtige Informationen werden zentral gesammelt und verarbeitet, um den Patienten und den behandelnden Ärzten vor Ort Hinweise zur adäquaten Versorgung zu geben.

Kern des neuen Konzeptes ist ein Versorgungszentrum, das sogenannte Care-Center, welches durch die Universitätsmedizin Rostock Versorgungsstrukturen GmbH betrieben wird und in Rostock angesiedelt ist. Die Universitätsmedizin Rostock Versorgungsstrukturen GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Universitätsmedizin Rostock. Im Care-Center stehen den Patienten jederzeit medizinische Ansprechpartner (Fallmanager) zur Verfügung.

Die Patienten aus der neuen Versorgungsform erhalten eine telemedizinische Betreuung zu Hause mit einem Patienten-Tablet, einer Patienten-Anwendung und einer maßgeschneiderten Auswahl an persönlichen Medizingeräten (z. B. Waage, Blutdruckmessgerät, Sauerstoffsättigungsmessgerät). Aktuelle Messwerte der Medizingeräte und beantwortete Fragebögen der Patienten werden über eine sogenannte telemedizinische Plattform an das Care-Center übermittelt.

Aufgabe des Care-Centers ist es, die teilnehmenden Patienten eng zu begleiten. Treten Veränderungen in den Messergebnissen auf, die auf eine Verschlechterung des Gesundheitsverlaufs hindeuten, nehmen die Fallmanager telefonischen Kontakt mit den Patienten auf und erkundigen sich nach dem Wohlbefinden. Das weitere Vorgehen wird, sofern erforderlich, mit dem behandelnden Arzt abgestimmt.


Noch ist der Nachweis, dass die neue telemedizinische Versorgungsform Vorteile für den Patienten bringt, nicht erbracht. Diesen Nachweis möchten wir mit dieser groß angelegten Studie erbringen!
Im Rahmen dieser Studie wird in zwei Gruppen die regelhafte Betreuung der Patienten mit der neuen, telemedizinischen Versorgung, verglichen.

Gruppe 1
Alle Patienten dieser Gruppe werden im Rahmen der neuen telemedizinischen Versorgungsform betreut. Definiert ist die Versorgungsform durch das bereits erwähnte Care-Center, die telemedizinische Überwachung und eine erweiterte Betreuung bei Auffälligkeiten in den Patientendaten.

Gruppe 2
Die Patienten werden weiterhin in der bisherigen Versorgungsform leitliniengerecht nach den Behandlungsempfehlungen betreut.

Die Zuordnung der Patienten zu einer der beiden Behandlungsgruppen erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Die Wahrscheinlichkeit, einer der beiden Therapiegruppen zugewiesen zu werden, beträgt ca. 50%.

Neue Versorgung: Care-Center

Das Care-Center ist ein sektorübergreifendes Versorgungszentrum und der zentrale Anlaufpunkt für alle an der Patientenversorgung beteiligten Akteure. Das medizinische Fachpersonal im Care-Center erhält die täglich erhobenen medizinischen Messwerte der Patienten - wie Blutdruck, Körpergewicht oder Sauerstoffsättigung. Diese Daten werden in einer klinischen Studie erhoben und ausgewertet. So kann der Verlauf der Krankheit nachvollzogen werden. Treten Veränderungen in den Messwerten auf, die einen negativen Krankheitsverlauf nahelegen, nehmen die medizinisch ausgebildeten Mitarbeiter telefonischen Kontakt mit dem Patienten auf. Zeigen die Werte auf, dass eine Änderung der Behandlung notwendig ist, stimmt das Care-Center-Personal das weitere Vorgehen mit dem behandelnden Arzt ab. Die Mitarbeiter des Care-Centers stehen nicht nur den Patienten und beteiligten Versorgern, sondern auch allen Interessierten für Fragen rund um das Projekt HerzEffekt MV als Ansprechpartner zur Verfügung.

Fallmanager

Als Fallmanager für das Care-Center haben wir medizinisches Personal gewonnen. Unter den Ansprechpartnern befinden sich zum Beispiel Krankenschwestern und Medizinische Fachangestellte.

Die Hauptaufgabe der Fallmanager: Sie stehen dem Patienten als erste Ansprechpartner zur Seite - zu allen Fragen rund um die medizinische und psychosoziale Betreuung. Gemeinsam mit den Patienten besprechen sie telefonisch Fragen zu Symptomen, Medikamenteneinnahme und Lebensstiländerungen, sie koordinieren auch einzuleitende Maßnahmen. All diese Aufgaben entsprechen standardisierten Behandlungsvorgaben.

Die Fallmanager werden außerdem die täglich von den Patienten übermittelten Daten überwachen. Sie greifen ein, sobald sich in diesen Daten ein negativer Trend abzeichnet oder wenn es Unregelmäßigkeiten gibt. Auch die Vernetzung zwischen den ambulanten und klinischen Akteuren ist Aufgabe unserer Fallmanager. Weiterhin stehem die Fallmanager für technische Fragen als erster Anlaufpunkt bereit.

Downloads

Hier finden Sie alle Downloads rund um das Projekt.