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HerzEffekt MV

Entwicklung und spezifischer Aufbau eines sektorenübergreifenden
Care-Centers zur Versorgungsoptimierung chronischer Herzerkrankungen in MV

Projektdauer
4 Jahre (01.01.2017-31.12.2020)

Projektträger
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Zielgruppe
Patienten mit Herzerkrankungen

  • Herzinsuffizienz

  • Vorhofflimmern

  • Therapieresistente Hypertonie

Telemedizin in Mecklenburg Vorpommern

Wenn der Patient nicht so leicht zum Arzt kommt, muss die Medizin eben zum Patienten kommen – und das geht auch aus der Ferne.

Durch das Projekt HerzEffekt MV soll ein Beitrag zur medizinischen Versorgung von Herzpatienten gewährleistet werden. In diesem testet die Universitätsmedizin Rostock gemeinsam mit ihren Projektpartnern – der AOK Nordost - Die Gesundheitskasse, der Techniker Krankenkasse sowie dem Unternehmen Philips, welche Möglichkeiten die Telemedizin eröffnet, um herzerkrankte Patienten im Alltag mit ihrer Erkrankung zu unterstützen und gleichzeitig deren Lebensqualität zu steigern.

Sektorenübergreifendes Care-Center

Kern des neuen Konzeptes ist ein Versorgungszentrum, das sogenannte Care-Center. Im Care-Center stehen den Patienten medizinische Ansprechpartner (Fallmanager) zur Verfügung.
Über eine digitale Vernetzungsplattform, die dem medizinischen Fachpersonal im Care-Center zur Verfügung steht und über werden die Patienten nach Risikoadjustierung ihrer Erkrankung eingepflegt und engmaschig nachbeobachtet.

Mit Hilfe telemedizinischer Geräte ermitteln Patienten je nach Krankheitsbild täglich ihre Gesundheitswerte komfortabel und bequem von zu Hause aus. Sie nutzen dazu beispielsweise ein Blutdruckmessgerät, eine Körperwaage und ein Sauerstoffsättigungsgerät. Diese telemedizinischen Geräte sind digital über ein Tablet-Computer, das jeder Patient erhält, mit dem Care-Center verbunden und übermitteln täglich die gemessenen Werte.

Fallmanager
Als Fallmanager für das Care-Center haben wir medizinisches Personal gewonnen. Unter den Ansprechpartnern befinden sich zum Beispiel Krankenschwestern und Medizinische Fachangestellte.
Die Hauptaufgabe der Fallmanager: Sie stehen dem Patienten als erste Ansprechpartner zur Seite - zu allen Fragen rund um die medizinische und psychosoziale Betreuung. Gemeinsam mit den Patienten besprechen sie telefonisch Fragen zu Symptomen, Medikamenteneinnahme und Lebensstiländerungen, sie koordinieren auch einzuleitende Maßnahmen. All diese Aufgaben entsprechen standardisierten Behandlungsvorgaben.

Die Fallmanager werden außerdem die täglich von den Patienten übermittelten Daten überwachen. Sie greifen ein, sobald sich in diesen Daten ein negativer Trend abzeichnet oder wenn es Unregelmäßigkeiten gibt. Auch die Vernetzung zwischen den ambulanten und klinischen Akteuren ist Aufgabe unserer Fallmanager. Weiterhin stehen die Fallmanager für technische Fragen als erster Anlaufpunkt bereit.

Studie: CardioCare MV

Noch ist der Nachweis, dass die neue telemedizinische Versorgungsform Vorteile für den Patienten bringt, nicht erbracht. Diesen Nachweis möchten wir mit dieser groß angelegten Studie erbringen!
Im Rahmen dieser Studie wird in zwei Gruppen die regelhafte Betreuung der Patienten mit der neuen, telemedizinischen Versorgung, verglichen.

Gruppe 1
Alle Patienten dieser Gruppe werden im Rahmen der neuen telemedizinischen Versorgungsform betreut. Definiert ist die Versorgungsform durch das bereits erwähnte Care-Center, die telemedizinische Überwachung und eine erweiterte Betreuung bei Auffälligkeiten in den Patientendaten.

Gruppe 2
Die Patienten werden weiterhin in der bisherigen Versorgungsform leitliniengerecht nach den Behandlungsempfehlungen betreut.

Die Zuordnung der Patienten zu einer der beiden Behandlungsgruppen erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Die Wahrscheinlichkeit, einer der beiden Therapiegruppen zugewiesen zu werden, beträgt ca. 50%.

Begleitende Evaluation
Ziel ist es, mit einer validen und gesicherten Datenbasis den Erfolg und die Sozio-Ökonomie von HerzEffekt MV gegenüber bisherigen Versorgungsformen nachzuweisen. Es soll gezeigt werden, dass die Versorgungserweiterung für chronisch herzerkrankte Patienten zu einer geringeren Rate an Todesfällen, Schlaganfällen, Herzinfarkten und/oder zu einer geringeren (Re-)Hospitalisierung binnen eines Jahres führt. Der Erfolg des Versorgungskonzeptes wird in einer prospektiven, kontrollierten, offenen, randomisierten, bizentrischen Studie in Parallelgruppendesign überprüft.

Nach einer erfolgreichen Evaluation soll die Überführung der neuen Versorgungsform in die Regelversorgung überprüft werden. Eine Ausweitung auf andere Indikationen und Regionen wird angestrebt.

Leiter der wissenschaftlichen Studie:
Priv.-Doz. Dr. med. Alper Öner,
Stellvertretender Direktor der Abteilung Kardiologie

Downloads

Hier finden Sie alle Downloads rund um das Projekt HerzEffekt MV.